Eine wunderbare Tour geht zu Ende. Die Etappe startete ähnlich wie die in Richtung Plau am See. Es ging zunächst auf Sandwegen durch brandenburgische Wälder. Ich kam einfach nicht voran und deswegen entschied ich mich, die Etappe nochmal neu zu planen und nur noch Straße zu fahren. Dieser Tag war auch der erste und einzige, bei dem ich mit Gegenwind zu kämpfen hatte. Auch da kann ich mich nicht beschweren, schließlich hätte mir das vor allem im Norden oft passieren können. Dort gab es aber vorwiegend Seiten- oder sogar Rückenwind. Resultat war, dass ich also nach 4 Wochen Fahrrad fahren, das erste Mal nach der letzten Etappe Muskelkater hatte…

Es gab an diesem Tag eigentlich zwei Probleme: 1. Ich landete mal wieder in einem Sperrbereich: kurz vor Hoyerswerda wurden in einem Steinbruch Sprengarbeiten durchgeführt. Diesmal stand sogar ein Mitarbeiter direkt an der Straße und verhinderte meine Weiterfahrt. Ich hatte die Wahl zwei Stunden zu warten oder einen Umweg von 10 Kilometern zu fahren. Ich entschied mich für den Umweg, obwohl das die Tageskilometer wieder mal auf über 150 ansteigen ließ. Aber ich wollte nach Hause. 2. Ab vielleicht 50 Kilometer vor Dresden schaltete sich mein Handy immer unvermittelt aus. Ich musste also anhalten und sowohl komoot als auch die Routenplanung neu starten. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr mich das nach dem dritten Mal genervt hat.

Nicht beschreiben kann ich das Gefühl, als ich 30 Kilometer vor Dresden war. Ich konnte kurz nach Pulsnitz Dresden von einem Berg aus sehen. Das kann man sich wirklich nicht vorstellen. Ich konnte den Weg sehen, den ich vor 4 Wochen in Richtung Süden genommen hatte und kam jetzt aus Richtung Norden wieder zurück. Es war überwältigend.

Ich kann es nicht besser beschreiben. Dieser Tag und die Etappe nach Guben waren ein Gefühlschaos für mich. Freude, Trauer, Glück, Dankbarkeit … Ich glaube, das kann man als Außenstehender auch nicht nachvollziehen. Man muss dafür wirklich jeden einzelnen Kilometer erlebt haben, die Problemchen des Alltages, die ewige Rastlosigkeit, die Hitze, das Glück über meine Unfallfreiheit und und und.

Letztlich hat eins aber überwogen: Dankbarkeit. Für alles.

 

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