Da war er also. Der Tag der Tage. Jetzt hatte ich mehr als drei Wochen Anlauf genommen und war doch über die Schnelligkeit überrascht. Aber auch in Berlin überkam mich das Gefühl meiner Rastlosigkeit. Ich hatte das große Ziel vor Augen und wollte es endlich erreichen. Diese und die Etappe nach Dresden fühlten sich zusätzlich aber auch wie eine Zugabe an. Die unterschiedlichsten Gefühle übermannten mich also.

Das war auch die ganze Tour über interessant: In München sagte ich mir: „Also wenn du in Freiburg bist, dann hast du es schon fast geschafft.“ In Freiburg sagte ich mir: „Also wenn du in Köln bist, dann hast du es schon fast geschafft“ In Köln sagte ich mir: „Also wenn du in Hamburg bist, dann hast du es schon fast geschafft“. Erst als ich in Hamburg war, überkam mich langsam ein Sicherheitsgefühl, dass ich es wirklich fast geschafft hatte beziehungsweise schaffen würde. Es war obskur: ich wollte nach drei Wochen Fahrt endlich ankommen – gleichzeitig wurde ich aber immer gelassener. Zweifel über Unfälle, Pannen oder andere Probleme wurden kleiner, je nördlicher ich war.

An diesen letzten Tagen und speziell auf dieser Etappe wurde ich natürlich nachdenklicher über meine Deutschlandtour. Von der Etappe selbst gibt es gar nicht viel zu berichten. Es lief wieder mal so problemlos, dass ich sogar längere Pausen machen musste, da ich sonst zu früh in Guben angekommen wäre.

Die Heilsarmee empfing mich mit offenen Armen, es waren zur Begrüßung Kinder der Nachbarschaft und auch Vertreter der Lokalpresse anwesend. Für mich wirklich ein unvergesslicher Moment.

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